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Presseinformation Stand: Juni 1999
Künstler aus der Nachbarschaft
Ausstellung Michaelis-Krankenhaus, Eichenstraße 34, 20244 Hamburg,
Telefon 040/490 65-0
Am 9.6.99 wird um 18 Uhr im Michaelis-Krankenhaus eine
Ausstellung des Künstlerehepaares Ulrike und Arthur A. Keller eröffnet, die in
der Bismarckstraße 90 in Hamburg-Hoheluft ihr Atelier haben. Die Künstler werden
Ihre Arbeiten selbst vorstellen, außerdem wird Ulrike Keller zusammen
mit Martina Hepp einige französische Chansons singen.
Ulrike Keller beschäftigt sich in ihren Pastellen mit zumeist freiwachsenden
Blumen und Pflanzen, in kraftvollen Farben werden einzelne Blüten, Blätter oder
Gruppen aus Pflanzenteilen stark vergrößert bildnerisch gestaltet und entfalten
so eine fast magische Wirkung. "Mich interessieren die Strukturen und Texturen
der in der Natur vorkommenden Dinge bis in den Bereich der Makrofotografie,
früher sogar auch der Raster-Elektronen-Mikroskopie hinein. Jetzt stützt sich
meine Arbeit auf ein umfangreiches, selbstfotografiertes Skizzenbuch in Diaform,
das auf langen Spaziergängen entstanden ist." Durch die erhebliche Vergrößerung
fallen dem Betrachter Details, die er in der Natur meist nicht wahrnehmen würde,
deutlicher auf. Die Kompositionen sind eher streng und klar und geben dem
Betrachter Ruhe und Muße, sich in die Details zu vertiefen. Durch die Verwendung
der Fotografie als Arbeitsgrundlage ist es ihr möglich, fotografische
Stilmittel, z.B. gezielte Unschärfen, insbesondere in den Hintergründen in das
Gemälde zu integrieren und als Kompositionselement zu verwenden. Dieses führt zu
einer raffinierten Akzentuierung des Hauptmotivs und ausgeprägt malerischen
Effekten und sie fängt Lichtstimmungen ein, die sonst kaum ins Bild zu bringen
wären. Als Vorbilder für ihre Arbeit nennt die Künstlerin Karl Blossfeldt und
Georgia O'Keeffe sowie Odilon Redon.
Ulrike Keller wurde 1960 in Weinheim/Bergstraße geboren. Sie studierte von
1978 bis 1986 in Hamburg und Lyon/Frankreich Kunst, Französisch und Pädagogik
für das Lehramt an Gymnasien. Seit Oktober 1993 ist sie als Kunsterzieherin
tätig, anfangs in Lübeck, seit August 1995 in Norderstedt. 1986 begann sie mit
der Pastellmalerei. Sie arbeitet kaum mit für Pastelle sonst oft genutzten
Verwischungen, sondern baut das Bild in mehreren übereinandergelagerten
Schichten auf und benutzt verschieden harte Kreiden, um Farben ineinander zu
ziehen, eine Durchdringung von warmen und kalten Tönen zu erzielen und
Farbharmonien aufzubauen.
1989 heiratet sie den Künstler Dr. Arthur A. Keller, der 1958 in Hamburg
geboren wurde. Auch Arthur A. Keller ist ein Fotorealist und beschäftigt sich
seit 1981 mit dem Thema "Schaufenster". Von über 400 Bildern insgesamt hat er
etwa 170 Bilder zu diesem Thema gemalt, viele an Privatleute aber auch einige
öffentliche Institutionen oder Geschäfte verkauft. Seit 1980 hat Keller seine
Arbeiten in vielen Ausstellungen in Deutschland gezeigt und es erschienen
unzählige Artikel über sein Werk, viele auch im Ausland. Neben der Kunst ist
Keller freiberuflich, aber ohne eigene Praxis noch in geringem Umfang
medizinisch tätig.
Kellers Gemälde, die zum Teil recht großformatig sind, entstehen ausnahmslos
nach selbst aufgenommenen Fotografien: „Ich kann zunächst einmal die vielen
Ideen, die gefundenen Bilder schnell in ein bildnerisches Medium, das Foto,
umsetzen und damit konservieren. Das ist mein Skizzenbuch."
Keller ist ein langsamer Maler: bedingt durch die hohe malerische Qualität
seiner Werke wie auch die Größe der Gemälde schafft er nur maximal 10 Bilder pro
Jahr. "Ich würde gern sehr viel mehr Bilder fertig stellen. Durch die Fotografie
habe ich aber den Trost, daß mir die Bildideen nicht weglaufen", sagt der
Künstler.
Kellers "Schaufenster-Bilder" sind Kristallisationen der Großstadt. Durch das
Medium des Glases, welches sowohl Ein- und Durchblicke als auch Spiegelungen der
Umgebung gewährt, je nach Lichtintensitäten vor oder hinter der Scheibe, ist es
ihm möglich, Kompositionen zu schaffen, die ebenso die Innenwelt als auch die
Außenwelt des Schaufensters berücksichtigen und auf seiner Leinwand
zusammenführen. "So habe ich alles, das ganze Leben auf einmal: das Theater im
Schaufenster mit Themen aus sehr vielen Bereichen, den Dialog mit den Passanten,
das Zusammenwirken mit den Formen und Farben der Stadt, den Autos und den
Häusern. Früher habe ich konventionelle Stadtbilder und normale Stilleben
gemalt, aber das wurde mir bald zu langweilig".
Die Idee der Schaufenster in der Kunst läßt sich bis zu Macke und Kirchner
1912 zurückverfolgen und wurde dann von einigen amerikanischen Fotorealisten
wieder aufgegriffen. Keller geht mit seinen Bildern aber durchaus eigene Wege.
Die Spiegelungen der Scheibe ermöglichen ihm, zum Teil sogar surreale
Kompositionen auf den ersten Blick völlig real erscheinen zu lassen. Bei näherer
Betrachtung erst wundert man sich, wie das alles zusammenkommt.
Die Dekorateure versorgen Keller ständig mit Nachschub, wenn auch die
achtziger Jahre den Schwerpunkt der Motive bilden. "Danach ging es mit den
Schaufenstern deutlich bergab", sagt Keller. "Und so fotografiere ich nur noch
relativ selten ein gutes Fenster." Die Motive werden ihm dennoch nicht ausgehen.
Dafür hat er bereits gesorgt.
Es gibt von vielen Bildern Postkarten und Reproduktionen zu kaufen, z.T. von
den Künstlern selbst gedruckt.
Weitere Informationen und Abbildungen aller Bilder der beiden
Künstler
gibt es weltweit und rund um die Uhr auf den Internetseiten
www.atelier-keller.com oder
www.fotorealismus.de Die Ausstellung wird bis Ende
August 99 zu sehen sein.
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